Avanti-Beitrag zur Zeitung "Castor Schottern"

Energiekonzerne enteignen! Nicht den Sauereien zugucken…

Die Debatte um Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke ist ein Lehrstück für den Zustand unserer Gesellschaft. Auf der einen Seite findet sich eine große Bevölkerungsmehrheit gegen Atomkraft. Auf der anderen Seite stehen die vier großen Energiemonopolisten E.on, RWE, EnBW und Vattenfall, denen eine Verlängerung der Laufzeiten Milliarden an Extraprofiten sichern würde.

Großtechnologien sichern Monopolstellungen

Die Konzentration auf Großtechnologien sichert die Monopolstellung der Energiegiganten gegenüber kleineren Unternehmen. Sie diktieren den Strompreis und ziehen den VerbraucherInnen das Geld aus der Tasche. Wenn sich jemand das nicht mehr leisten kann, wird der Strom abgeklemmt – und schon ist ruckizucki Schluss mit der Teilhabe an den angeblichen Kulturleistungen unserer Wohlstandsgesellschaft.
Die Folgekosten hingegen – seien es der vor sich hin gammelnde Atommüll oder die Auswirkungen des Klimawandels – werden auf die gesamte Gesellschaft abgewälzt.
Und die Bundesregierung? Sie bedient mit ihrer Energiepolitik ungeschminkt die Interesse der Energiemultis. Aber in die kapitalistische Logik eingebrannte Energiepolitik, die die Profite der Konzerne über die Gesundheit der Bevölkerung und den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen stellt, ist keine schwarz-gelbe Erfindung:
Auch Rot-Grün hatte mit dem Atomkonsens ein Gesetz vorgelegt, das vor allem den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke sicherte. Der starken Anti-Atom-Bewegung sollte der Wind aus den Segeln genommen werden; gleichzeitig war klar: Irgendwann kommt eine andere Regierung und damit der Ausstieg aus dem Ausstieg.

Es gibt kein Recht auf Profit durch destruktive Technologien

Was tun? Unversöhnlich bleiben! Es gibt kein Recht auf Profit, erst recht nicht, wenn er mittels rein destruktiver Technologien geschöpft wird. Es gibt aber ein Recht auf ein gutes Leben für alle; dieses muss in ständig neuen Prozessen erkämpft werden.
Dies ist ein Kampf gegen eine Ordnung, die eher die Eigentumsrechte als die ökologische und soziale Gerechtigkeit und Vernunft schützt. Wir müssen alle gemeinsam entscheiden können, wie Energie produziert und wie sie gerecht verteilt wird. Schließlich müssen wir alle mit den Folgen leben. In einer
Gesellschaft, in der die Betroffenen direkt über ein Kraftwerk entscheiden
könnten, wäre Atomkraft nicht mehr möglich – wer will sich schon selbst verstrahlen? Die Vergesellschaftung de Energiewirtschaft ist die  Voraussetzung dafür, aus der Atom- und Kohleverstromung sofort auszusteigen und statt dessen auf dezentrale und flexible Alternativ-Energien zu setzen. Die Energiekonzerne werden an ihrer eigenen Entmachtung kaum mitwirken wollen. Den Atommüll zum Absender zurückzuschicken, ist deshalb ein praktischer und wirksamer Schritt hin zu einer überfälligen Korrektur.
Nicht den Sauereien zugucken, selbst Geschichte machen:
Die Energieversorgung vergesellschaften, Energiekonzerne enteignen!